Darauf müssen Sie achten, wenn die Notwendigkeit einer Betreuung und der Wunsch nach einem Testament aufeinander treffen. 
 

Die gute Nachricht vorweg: Eine Betreuung steht nicht über allem. Im höchstpersönlichen Lebensbereich darf eine betreute Person noch Entscheidungen ohne Zustimmung des Betreuers treffen. 

Hierzu zählen z. B. eine Eheschließung und auch die Regelung anderer sehr persönlicher Belange, zum Beispiel die Abfassung eines Testaments. 

Einzige Bedingung: Sie müssen „testierfähig sein“, das heißt, Sie müssen glaubhaft den Eindruck erwecken, dass Sie verstehen, was sie unterzeichnen und in der Lage sein, die Vereinbarung ihrerseits auch einzuhalten, auf Juristendeutsch: „nach dieser Einsicht zu handeln“

Wenn die betreute Person testierfähig ist, kann Sie sogar ein Testament verfassen, sofern Sie das noch nicht getan hat. Auch hier gilt: Die Beteiligten, vor allem bei notarieller Beglaubigung, müssen den Eindruck haben, dass der Betreute weiß, was er tut, und den Anschein erweckt, seinen Teil leisten/beitragen zu können. Das gilt auch für Änderungen an einem bereits bestehenden Testament. 

Zwar steht dem Betreuer hier kein Einwilligungsvorbehalt zu (§ 1903 BGB). § 1902 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gestattet es dem gesetzlichen Betreuer aber, ein Testament oder einen Erbvertrag anzufechten, um mögliche Nachteile für die betreute Person abzuwenden. Dies soll den Betreuten vor Schaden schützen, der z.B. durch Änderung eines bereits abgefassten Testamentes z.B. zu Gunsten der Pflegeperson oder von Pflegepersonal eintreten könnte.

Haben Ehegatten sich zunächst gegenseitig zu Alleinerben bestimmt und die Kinder zu Schlusserben, nachdem beide Ehepartner verstorben sind (so genanntes Berliner Testament), müsste sich ein nicht unter Betreuung stehender Ehepartner bei größeren Verfügungen aus dem gemeinsamen Vermögen, also der zukünftigen Erbmasse, mit einem Betreuer abstimmen, sofern der andere Ehepartner unter Betreuung steht.

Im nächsten und letzten Beitrag dieses Themengebiets stellen wir Ihnen vor, welche Vorteile die Bestellung eines Testamentsvollstreckers bietet. 

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