„Mittags gut essen“ ist nicht nur die Mission, so lautet auch die Internetadresse von Potpourri: www.mittagsgutessen.de

Hier finden Sie das Interview ebenfalls als PDF-Datei.

 


Frank Max von der miCARE-Redaktion interviewte die Mitinhaberin Lena Knappmann dazu, was das besondere an Potpourri ist.

Frau Knappmann, was war Ihre Motivation, Potpourri zu gründen?

Die ursprüngliche Idee stammt von meinem Onkel, der mit meiner Mutter und meinem anderen Onkel ein Papierhandelsunternehmen in Dortmund betreibt. Die hatten mittags immer Hunger, weil es im umliegenden Gewerbegebiet nichts anderes als Döner und Pommes zu essen gab. Und da hat mein Onkel sich überlegt, dass es doch eine Möglichkeit geben muss, in die umliegenden Büros, die nicht groß genug sind für eine eigene Kantine, ein gesundes Mittagessen zu bringen. Als ich dann mit dem Studium fertig war und die Idee immer noch halbgar in der Schublade lagerte, hat er mich gefragt, ob wir das nicht zusammen anpacken wollen. Und ja, so sind wir dann gestartet.

Wann sind Sie denn gestartet mit der Umsetzung des Schubladen-Konzepts für Potpourri?

Das war 2017 im Sommer. Wir haben das einfach mal ausprobiert und geguckt, wie es funktionieren kann: „Was wollen die Kunden, was brauchen die Kunden?“. Damals hatten wir ausschließlich die Büroarbeitenden im Auge und sind dann einfach so gestartet und haben uns über einige Monate hinweg immer weiterentwickelt, bis wir bei dem Konzept ankamen, wie es heute ist: Dass wir frisch kochen und einmal wöchentlich in den Einweckgläsern ausliefern.

Was gehört zu Ihren täglichen Aufgaben? Schneiden Sie selbst die Zwiebeln oder sorgen Sie dafür, dass Ihre Kunden keine Tränen in den Augen kriegen, indem Sie z.B. günstig einkaufen?

Ich helfe tatsächlich ab und zu noch mit in der Küche, aber nicht mehr so regelmäßig wie es früher war, obwohl ich am Anfang ganz alleine gekocht habe. Inzwischen mache ich eher die Organisation im Backoffice, den Einkauf, das Personalmanagement und die Buchhaltung. Inzwischen haben wir ein Küchenteam aus acht netten Helferinnen, Helfern und Köchen, die jetzt für mich die Gerichte kochen und abfüllen.

Wie funktioniert Potpourri denn jetzt genau und was zeichnet Sie besonders aus?

Unser Konzept ist tatsächlich ein bisschen besonders und auf jeden Fall anders als andere Lieferkonzepte. So beginnt die Potpourri-Woche nicht am Montag, sondern am Freitag. Am Freitag versenden wir unsere Küchenpost per E-Mail an die Kunden, die diese abonniert haben. In dieser stellen wir die Gerichte der kommenden Woche vor. Meist fügen wir noch einen schlauen Fakt zu einer Zutat oder zu einem Gericht bei. In der E-Mail ist auch ein Link enthalten, über den man zum Bestellformular für die nächste Woche gelangt. Ab Freitag bis Montagnachmittag können unsere Kunden ganz bequem die Gerichte für die folgende Woche bestellen. Dienstag ist bei Potpourri Liefertag. Dann liefern wir die Gerichte nach Hause oder ins Büro. Dazu sind die Gerichte gekühlt und halten sich im Kühlschrank bis zum Ende der Woche.

Es werden nicht nur warme Gerichte wie Suppen oder Eintöpfe sowie Currys oder Geschnetzeltes mit Spätzle gekocht, sondern wir haben auch Frühstücksangebote wie Porridges, Müslis, sowie Joghurt-Gerichte, Salate und frische Smoothies im Angebot.

Das Besondere ist daran, dass wir die Gerichte in Weckgläser abfüllen, und dadurch, dass wir nur einmal pro Woche liefern, haben wir große Liefertouren und produzieren nicht so viel CO2 als wenn wir die Kunden täglich anfahren würden. Und wir haben ein Leergut-System für die Weckgläser – wir holen die benutzten Gläser ab, wenn wir die neuen liefern. So vermeiden wir viel Verpackungsmüll.

Ich brauche dann also einen Kühlschrank, in dem ich die Wochenlieferung lagern kann. Doch wie regeneriere ich die Speisen dann? Wie wird mein Gulasch mit Spätzle wieder warm?

Am besten werden die Einmachgläser mit den Warmspeisen in der Mikrowelle erhitzt. Wer mag, kann die Speisen in einem Topf erhitzen, aber am einfachsten ist es, den Deckel vom Einmachglas aufzumachen und dieses für drei Minuten in die Mikrowelle zu stellen.

Im Hinblick auf den Büroalltag mit Terminen oder Video-Calls oder angesichts der Tatsache, dass bei Pflegebedürftigen nicht den ganzen Tag über eine Pflegeperson anwesend ist, die die Lieferung entgegennehmen kann: kann man verbindliche Liefertermine vereinbaren oder muss man dann wie beim Handwerker von 6 bis 16 Uhr anwesend sein und auf sein Glück hoffen?

Wir versprechen, dass wir dienstags vor 12 Uhr liefern, so dass das Essen auch am Dienstag schon zur Mittagszeit da ist. Man kann uns in der Bestellung aber Kommentare hinterlassen und so an den Fahrer Hinweise schicken, z.B. wo er die Lieferung abstellen soll, wenn er niemanden antrifft. Noch präzisere Liefertermine mit Wunschuhrzeit o.ä. können wir im Moment noch nicht anbieten.

Sie bieten auch Gerichte an, mit denen Sie Basenfasten unterstützen.  Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen?

Die Idee kam von einem befreundeten Unternehmer, der Inhaber eines Gesundheitsunternehmens ist, das solche Basenkuren anbietet und die dazu passenden Gerichte nicht selbst bereitstellen konnte. Wir haben uns dann mit ihm zusammengesetzt und die Gerichte gemeinsam erstellt. Er hat uns z.B. gesagt, was in einem Basengericht enthalten sein darf und was nicht. Diese Hinweise haben wir dann in unsere Rezeptsammlung aufgenommen und das Produkt dann ins allgemeine Angebot übernommen.

Ermitteln Sie für Ihre Gerichte einen Foodscore oder weisen Sie Nährwertangaben für Ihre Gerichte aus?

Wir weisen zu allen Gerichten die Nährwertangaben aus. Diese sind bereits im Bestellprozess ersichtlich. Neben Kalorien, Fett etc. geben wir auch die enthaltenen Ballaststoffe an. Laktose, Gluten und Allergene sind nicht nur auf dem Bestellformular, sondern zusammen mit den übrigen Zutaten auf einem Etikett vermerkt, mit dem jedes Einmachglas versehen wird. Allergene sind durch Großschrift hervorgehoben.

Stiftung Warentest hat wiederholt 'Essen auf Rädern'-Dienste getestet und es wurden meist die gleichen Punkte kritisiert: Zu viel Fett, zu viel Salz, zu wenig Textur. Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Gerichte diesbezüglich besser sind und auch noch gut schmecken?

Die Rezepte, nach denen wir selbst von Hand kochen, haben einen Entwicklungsprozess durchlaufen und wurden immer weiter von unseren Köchen optimiert. Jedes Gericht wird nach seiner Fertigstellung von mindestens drei Kollegen probiert, bevor es abgefüllt wird. Wir wollen so sicherstellen, dass es allen schmeckt. Wir folgen auch der Devise, dass wir nicht so viel mit Salz würzen, sondern lieber mehr andere Gewürze verwenden. Das ist dann vielleicht ein wenig teurer, aber es schmeckt dafür besser. Wir möchten auf gar keinen Fall unterwürzte Gerichte liefern, es soll möglichst so schmecken, wie von Muttern gekocht.

 

<<Zum Blog-Beitrag 'Geschmacksveränderungen in Alter'>>

 

Welchen Einfluss hat(te) Covid19 auf Ihr Geschäft und welche Auswirkungen haben sich für Ihre tägliche Arbeit ergeben?

Der Einfluss war zunächst sehr groß, weil wir uns zu Beginn fast ausschließlich auf Büroarbeitende beschränkt haben. Dann kam Corona und plötzlich waren alle im Homeoffice und unsere Kundschaft ist uns einfach weggebrochen. Das war aber eigentlich irgendwie auch unser Glück, weil wir hatten zuvor gar nicht an die Privathaushalte gedacht, haben die zwangsläufig durch Corona aufgenommen und das wurde wirklich gut angenommen, so dass wir auch unabhängig von Corona anbieten wollen, auch weiterhin nach Hause zu liefern.

Damit werden wir auch zugänglich für ganz neue Zielgruppen wie zum Beispiel Ältere oder Kranke, die zuhause sind und sich dort mit leckerem frischem Essen versorgen möchten. Aber natürlich hatten wir erst auch einen kleinen Umsatzeinbruch und für unsere Prozesse hat sich einiges geändert, z.B., dass wir nur noch mit Masken in der Küche arbeiten. Hygieneregeln hatten wir natürlich vorher schon, wie z.B. immer mit gewaschenen und desinfizierten Händen und immer mit Handschuhen und Haarnetz arbeiten. Alle unsere Mitarbeiter sind geimpft und geboostert und jetzt sind eben noch die Masken dazu gekommen und wir lassen uns regelmäßig testen. In der Branche sind die Hygienestandards immer schon sehr hoch gewesen. Die Transportboxen wurden z.B. immer schon desinfiziert und die Weckgläser über 80 Grad mit Chlor gespült. Abgesehen von etwas mehr Desinfektionsmittel und Sensibilität für Krankheitssymptome hat sich in der Küche also nichts großartig geändert.

Eher schon beim Ausliefern, wo wir jetzt noch mehr Hygieneregeln beachten als vorher. Die Fahrer betreten die Gebäude nur mit Maske und auch nur, wenn das gewünscht ist, ansonsten machen wir die Essensübergabe draußen vor der Tür. Da sind wir so flexibel, dass wir auf die individuellen Wünsche unserer Kunden eingehen können. Und wenn die sagen, dass in den fünften Stock zu liefern ist, dann liefern wir auch in den fünften Stock.

Hat sich etwas am Liefergebiet geändert?

Durch Corona hat sich explizit nichts am Liefergebiet geändert. Es ist nur so, dass wir durch die Lieferung in die Privathaushalte jetzt mehr Adressen anfahren. Wir beliefern nach wie vor in die Region Dortmund, Bochum, Lünen, Castrop-Rauxel, Essen.

Weitere Expansion in Richtung Westen, z.B. nach Düsseldorf, ist angedacht. Wann das passiert, kann ich aber noch nicht versprechen. Zunächst denken wir eher an eine weitere Durchdringung der aktuellen Liefergebiete, als daran, weitere Städte zu beliefern.

Es ist vermutlich einerseits Corona, andererseits Ihrer Innovationsfreudigkeit zu verdanken, dass Sie jetzt auch Remote Catering und virtuelle Feiern anbieten, können Sie bitte kurz erklären, was das ist und wie das funktioniert?

Es begann mit den Weihnachtsfeiern, die im ersten Corona-Jahr alle abgesagt werden mussten, so dass wir uns überlegt haben, dass man nicht nur betriebliche Besprechungen online über Skype und Co. veranstalten kann, sondern auch eine Weihnachtsfeier virtuell feiern können müsste und da darf ein gutes Essen natürlich nicht fehlen. Wenn man so eine virtuelle Feier mit uns planen möchte, dann fragen wir die Teilnehmerdaten ab und jeder kann sich individuell ein persönliches Menü zusammenstellen, das wir dann am Tag der Feier ausliefern mit einer kleinen Überraschung dabei. Wenn gewünscht, organisieren wir auch Spiele, die man online spielen kann. Auch Neujahrsempfänge oder andere Firmenfeiern und Teamevents haben wir so schon ausgerichtet. 

Remote Catering ist genau das gleiche, nur dass wir kein Entertainment dazu liefern, sondern nur die Speisen und Getränke.

Ab wie vielen Mitarbeitern können Sie diesen Service denn für Unternehmen außerhalb Ihres momentanen Liefergebiets anbieten?

Ab fünf Teilnehmern können wir virtuelle Events becatern, weil wir unsere Boxen gegen einen geringen Aufpreis per Express an die Teilnehmer versenden, wenn sich diese außerhalb unseres Liefergebiets aufhalten. Auch das benachbarte Ausland können wir beliefern, z.B. haben wir unlängst ein Event in Belgien beliefert.

Sie bieten auch Obstkörbe an, werden diese gut angenommen?

Die Obstkörbe liefern wir überwiegend an Firmen, die das Obst in den Firmenräumen ihren Mitarbeitenden zur Verfügung stellen wollen. Das wird auch an sich gut angenommen, zumal wir zu sehr fairen Preisen anbieten können. Denn einerseits kaufen wir ohnehin für die normalen Menüs ein, und zum anderen entstehen keine zusätzlichen Lieferkosten, weil diese ebenfalls auf der normalen wöchentlichen Tour ausgeliefert werden.

Obst kommt ja häufig aus dem Süden und der Sudan ist ziemlich weit im Süden. Doch wo ist die Verbindung zwischen Potpourri und dem Sudan?

Hierbei handelt es sich um ein Herzensprojekt meines Mitinhabers und Onkels Moritz und mir, dass wir immer schon etwas Gutes tun wollten, auch über die eigentliche Arbeit hinaus. Wir haben dann überlegt, was passen könnte und haben uns entschieden, statt einen Baum zu pflanzen, Mittagessen zu spenden. Mit den Maltesern® haben wir einen super Partner gefunden und arbeiten jetzt schon seit anderthalb Jahren mit denen zusammen. Für jede Bestellung, die bei uns eingeht, spenden wir ein Mittagessen für ein Schulkind im Sudan. Inzwischen sind über 60.000 Mahlzeiten zusammengekommen.

 

Herzlichen Dank

Das Interview wurde am 11.01.22 geführt, die Fragen stellt Frank Max (miCARE).

 

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  • Mauricereoky  
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