Die Lage am Pflegemarkt spitzt sich zu, es fehlen immer mehr Pflegekräfte. So zum Beispiel im Stadtstaat Hamburg, für das die Barmer Ersatzkasse nach einer aktuell veröffentlichten Studie bis 2030 etwa 21.000 mehr Pflegebedürftige erwartet, als bisherige Hochrechnungen erwarten ließen. In den nächsten acht Jahren werden insgesamt ca. 112.000 Menschen in Hamburg auf Pflege angewiesen sein. Bereits drei Jahre vorher, in 2027, werden 4.000 Pflegekräfte mehr benötigt und damit 1.000 mehr als bislang prognostiziert. Und der Arbeitsmarkt ist jetzt schon leergefegt.

Wir halten es daher für eine gute Idee, mehr Menschen zu motivieren, sich als Alltagshelfer zu registrieren, die nach dem Entlastungsbetrag abrechnungsfähig sind.

Als Erinnerung:
Bereits ab Pflegestufe 1 steht allen Pflegebedürftigen der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 €/Monat zu. Dieser darf nach den Vorgaben des Gesetzes für bestimmte Pflege- und Betreuungsleistungen verwendet werden, die genauen Informationen dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag.

Auch dürfen alltagsunterstützende Leistungen auch von Laien erbracht und über den Entlastungsbetrag abgerechnet werden, wenn diese über keine pflegerische Ausbildung verfügen. Die Angebote zur Unterstützung im Alltag dürfen zum Beispiel folgende Inhalte haben:

  • die Übernahme von Betreuung und allgemeiner Beaufsichtigung,
  • eine die vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten stärkende oder stabilisierende Alltagsbegleitung,
  • Unterstützungsleistungen für Angehörige und vergleichbar Nahestehende in ihrer Eigenschaft als Pflegende zur besseren Bewältigung des Pflegealltags,
  • die Erbringung von Dienstleistungen, organisatorische Hilfestellungen oder andere geeignete Maßnahmen.

Jedoch ist zuvor eine Zulassung der Alltagshelfer zu beantragen. Leider ist das Antrags- und Zulassungsverfahren den Ländern überlassen, die dieser Verpflichtung leider uneinheitlich und teils verwirrend nachkommen. Eine Online-Stichwortsuche zur Suche nach der für Ihren Wohnort zustände Antragsstelle sollte daher folgende Begriffe enthalten:

Antragstellung auf Anerkennung Angebote zur Unterstützung im Alltag (Ihr Wohnort).

z.B.:

Antragstellung auf Anerkennung Angebote zur Unterstützung im Alltag (Karlsruhe).


Pflegende Angehörige können den Entlastungsbetrag selbst nicht beantragen, jedoch können Personen, die alltagsunterstützende Angebote unterbreiten und die Anforderungen im Antragsformular erfüllen (z.B. studierende Enkelkinder), eine Zulassung beantragen. Auch denkbar ist eine Überkreuzbetreuung, bei der zwei Nachbarn sich registrieren lassen und jeweils gegenseitig ihre pflegebedürftigen Angehörigen betreuen.

 

 

No comments

Add Comment