Am 1. September tritt deutschlandweit die tarifliche Entlohnung in der Pflege in Kraft. Das ist zunächst eine gute Botschaft, denn so soll die Unterbezahlung von Fachkräften in Zukunft verhindert werden. Somit werden aber andere Alleinstellungsmerkmale der Unternehmen wichtiger, um sich von der Masse abzuheben und potenzielles Personal auf sich aufmerksam zu machen.

"Pflegeunternehmen müssen sich jetzt auf diese Änderung vorbereiten, denn wer bisher mit hohen oder tariflichen Löhnen gepunktet hat, benötigt jetzt andere Benefits, um gegen den Fachkräftemangel zu kämpfen", erklärt Max Grinda, Recruiting-Experte für Pflegeunternehmen. Gerne verrät er Ihnen in einem Gastbeitrag oder Interview 5 Wege, wie man sich als Pflegeunternehmen unabhängig von der tariflichen Entlohnung als Arbeitgeber abhebt.

1. Bestehendes Personal binden

Entstehen durch Fluktuationen neue Vakanzen, sehen sich Pflegebetriebe oft dazu gezwungen, sie mithilfe von Personalvermittlern oder Leiharbeitern zu füllen. Das ist nicht nur teuer, sondern bringt auch Konfliktpotenzial für die Belegschaft mit. Um dem vorzubeugen, sollte bestehendes Personal gebunden werden: Ein einfacher Weg dafür ist, regelmäßig Mitarbeiterfeedback einzuholen. Arbeitgeber, die sich bei ihren Arbeitnehmern über ihr Wohlbefinden erkundigen, zeigen nicht nur Wertschätzung, sondern stellen auch eine engere Verbindung her. Sie folgen einer klaren und zielgerichteten Unternehmenskultur in der sie wertgeschätzt, gewürdigt und respektiert werden. Diese Art von Mitarbeitern agieren als die perfekten Botschafter und sorgen für die gute Reputation ihrer Einrichtung.

2. Gutes Arbeitsklima schaffen und nach außen tragen

Ein gutes Arbeitsklima ist essentiell, um bestehende Mitarbeiter zu binden und bei Bewerberinnen und Bewerbern zu punkten. Denn für viele Arbeitnehmer kann ein wertschätzender und respektvoller Umgang auf Augenhöhe innerhalb des Teams sowie mit Vorgesetzten mehr bewirken als eine tarifliche Entlohnung. Pflegebetriebe, die ein gutes Arbeitsklima schaffen und das auch nach außen tragen, können sich als attraktive Arbeitgeber positionieren. Vermitteln Sie Sicherheit, Rückhalt und Vertrauen - respektieren und schenken Sie Ihren Mitarbeitern Anerkennung für die geleistete Arbeit. Schaffen Sie eine positive Fehlerkultur in der Mitarbeiter kein schlechtes Gewissen haben müssen - sondern das nächste mal offen mit ihrem jeweiligen Vorgesetzten sprechen können.

3. Benefits anbieten, die Sie von anderen unterscheiden

Wer sich in einer Zeit des Fachkräftemangels von anderen Arbeitgebern unterscheiden will, sollte Benefits anbieten, die über den Standard hinausgehen. In der heutigen Zeit ist eine Obst- oder Getränkeflatrate längst nicht mehr der Grund, weshalb qualifizierte Fachkräfte einen Pflegebetrieb bevorzugen. Mit handfesten und für Mitarbeiter greifbaren Zusatzleistungen, wie beispielsweise Unterstützung in der Pflege von Angehörigen, einen freiwilligen Springerpool, Zuschüsse für die KFZ-Versicherung oder Team-Supervision, können Pflegeunternehmen Alleinstellungsmerkmale schaffen, die sie klar von der Masse abheben. In Zeiten von langen Krankheitsphasen der Mitarbeiter ist es umso wichtiger das Fundament für eine mit der Pflege vereinbarten Work-Life-Balance zu bieten, in der Mitarbeiter sich entwickeln können, aber auch die Gesundheit und Regeneration jedes einzelnen pro aktiv gefördert wird.

4. Wunscharbeitgeber werden

Wo früher Fachkräfte einen Pflegebetrieb aufgrund tariflicher Entlohnung priorisiert haben, müssen sich Arbeitgeber heute etwas neues einfallen lassen, um sich als Wunscharbeitgeber bei Bewerberinnen und Bewerbern  zu präsentieren. Führen und Fördern Sie Mitarbeiter nach ihren eigenen individuellen Bedürfnissen und würdigen Sie besonderes Engagement. Die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit wird in der Pflege von Tag zu Tag oftmals überhaupt nicht erkannt. Schaffen Sie also eine Arbeitgebermarke, die auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten ist. Wer die klare Botschaft, dass die Interessen und Wünsche der Mitarbeiter im Arbeitsumfeld gesehen und berücksichtigt werden, nach außen vermittelt, macht sich zum Wunscharbeitgeber.

5. Andersartigkeit wagen

Viele Pflegeeinrichtungen nutzen auch heute nicht die Vorteile von Social Media Netzwerken bei der Personalgewinnung. Dabei könnte die Rekrutierung für Unternehmen, die sich im Internet und in sozialen Plattformen geschickt präsentieren, deutlich leichter fallen. Wer sich traut, andere Wege zu gehen, wird als authentisch wahrgenommen und bleibt im Gedächtnis. Zudem können Arbeitgeber durch zielgruppenorientierte Kampagnen sichtbarer werden und ihre Zielgruppe noch besser erreichen. Was Unternehmen nämlich nicht vergessen dürfen ist: die Mehrheit der potenziellen Bewerberinnen und Bewerber besitzt heute ein Smartphone und nutzt soziale Kanäle auch bei der Jobsuche.
Pflegebetriebe müssen sich letzten Endes einer Sache bewusst sein: Nur zufriedene Mitarbeiter werden im Unternehmen langfristig erhalten bleiben – und sorgen für höchste Qualität bei der Pflege.

Über Max Grinda:

Max Grinda und Felix Hahnewald sind die Geschäftsführer von F&M Recruiting. Mit ihrer Agentur unterstützen sie Pflegeunternehmen dabei, dem sich zuspitzenden Mangel an Fachkräften zu trotzen und mehr qualifizierte Bewerbungen zu generieren. Mit ihrem 4S-Methode erhalten ihre Kunden planbar und zuverlässig mehr Bewerbungen von qualifizierten Fachkräften aus Ihrer Region, die an einem guten Arbeitgeber interessiert sind. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

 

 

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