Die zuständige Pflegekommission hatte sich einstimmig auf die neuen Mindestlohnsätze geeinigt. Wie Bundesarbeits- und Bundesgesundheitsministerium gemeinsam erklärten, steigen die Mindestlöhne für Hilfskräfte bis Ende 2023 schrittweise von aktuell 12,00 € auf 14,15 €, für qualifizierte Hilfskräfte von 12,50 € auf 15,25 € und für Pflegefachkräfte von 15,00 € auf 18,25 €. Erhöhungen sind jeweils zum 1. September 2022, 1. Mai 2023 und 1. Dezember 2023 vorgesehen.

Bereits zum 1. April trat eine Steigerung der Mindestlöhne in Kraft, die die Kommission zuvor beschlossen hatte: Demnach erhalten Hilfskräfte pro Stunde dann 55 Cent mehr (12,55 €), qualifizierte Hilfskräfte 70 Cent mehr (13,20 €), und für Pflegefachkräfte ist eine Mindestlohnerhöhung um 40 Cent auf 15,40 €/Stunde vorgesehen.

Das Einstiegsgehalt als Krankenschwester hängt von der Art der Einrichtung ab und liegt bei 2.400 € bis 2.900 € brutto im Monat. Im Laufe des Berufslebens steigt das Gehalt mit zunehmender Berufserfahrung. Nach 10 Jahren Berufspraxis kann mit einem Gehalt von 3.654 € brutto gerechnet werden (Quelle: Medi-Karriere.de). Bei einer 40-Stunden-Woche* liegt der Stundenlohn damit zwischen 13,63 € und 20,76 €.

Der Branchendurchschnitt liegt also für ausgebildete und erfahrene Pflegekräfte jetzt schon über den Mindestlohngrenzen, was zur Folge hat, dass die verdienten Fachkräfte, von denen die Hauptlast der Arbeit in der Pflege getragen wird, keinen Vorteil erfahren werden.

Andererseits werden die Familien bestraft, die das Gesundheitssystem entlasten und zuhause pflegen, teilweise mit Hilfe von ausländischen 24-Stunden-Pflegekräften. Bislang war diese Unterstützung für rund 2.000 €/Monat zu bekommen (z.B. über cura-optima.de). Bezogen auf eine 40-Stunden-Woche steigen die Kosten auf:

12,00 €/Stunde ab April 2022 (monatlich 2.112 €*)
14,15 €/Stunde ab Dezember 2023 (monatlich 2.490,40 €*)

*gerechnet mit 176 Monatsarbeitsstunden (=22 Arbeitstage)

Stichprobenartige Prüfungen durch den Zoll

Die Einhaltung des Mindestlohns wird, auch bei Arbeitnehmerüberlassung und Auslandsentsendung, vom Zoll überprüft. Jeder Arbeitgeber muss mit stichprobenartigen Überprüfungen rechnen. Hierbei wird neben dem Mindestlohn die Einhaltung der Höchstarbeitszeiten und Mindestruhezeiten überprüft. Worauf genau zu achten ist und welche Form die Aufzeichnungen erfüllen müssen, erfahren Sie hier.

 

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