Grundsätzlich ist es möglich, unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für Behandlungen durch Arzt- und Heilpraktiker sowie von diesen verordnete Medikamente, Heil- und Hilfsmittel als besondere außergewöhnliche Belastungen in der Position 'Sonderausgaben' der Steuererklärung abzusetzen.
Die zu erfüllenden Voraussetzungen (Einkommenshöhe, Haushaltsmitglieder, Art der Leistung, verschreibende Stelle, Anerkennung der Verordnung durch den Medizinischen Dienst etc.) sprengen daher unsere Darstellungsmöglichkeiten hier im miCARE-Blog. Wir empfehlen aber dringend einen Blick in die Paragraphen 33, 33a und 33b des Einkommenssteuergesetzes, in denen alles dezidiert aufgeführt ist; bzw. sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Steuerberater halten. Einen kostenlosen Einblick in den Text des Steuergesetzes finden Sie hier.

Neben den besonderen außergewöhnlichen Belastungen können auch allgemeine außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Hierzu gehören neben dem Ausbildungsfreibetrag der Pauschbetrag für Menschen mit Behinderungen und der Pflege-Pauschbetrag.

Der Pauschbetrag für Menschen mit Behinderungen richtet sich nach dem (vom Versorgungsamt festgestellten) Grad der Behinderung. Für die Steuererklärung 2021 können folgende Beträge angesetzt werden:

Grad der Behinderung (%) Pauschbetrag
20 384 €
30 620 €
40 860 €
50 1.140 €
60 1.440 €
1.780 €
80 2.120 €
90 2.460 €
100 2.840 €

 

Der Pflege-Pauschbetrag kann ab Pflegegrad 2 geltend gemacht werden und beträgt pro Jahr:

bei Pflegegrad 2 600 €
bei Pflegegrad 3 1.100 €
bei Pflegegrad 4 und 5 1.800 €

 

Sofern der Antragsteller für seine Pflegeleistung nicht bezahlt wird und der Steuerpflichtige die Pflege entweder in seiner Wohnung oder in der Wohnung des Pflegebedürftigen persönlich durchführt. Außerdem muss diese Wohnung in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder in einem Staat gelegen sein, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum anzuwenden ist.

Nachweise über den Grad der Behinderung oder über die Festlegung des Pflegegrades sind der Steuererklärung nicht beizufügen, aber „vorzuhalten“. Das heißt, Sie sollten im Falle einer Rückfrage durch das Finanzamt einen entsprechenden Nachweis zu den von Ihnen angesetzten Sonderausgaben vorlegen können.

 

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